Konzeption

Inhaltsverzeichnis pädagogische Konzeption:

  1. Einführung
    1.1 Einleitung
    1.2 Die Idee der Waldkindergärten
    1.3 Entstehung unseres „Kindergarten Neanderwald“
  2. „Kindergarten Neanderwald“ in der Übersicht
  3. Pädagogische Gedanken und Ziele
  4. Tagesablauf im Neanderwald
    4.1Rituale
    4.2 Vorbereitung auf die Schule
  5. Eltern und Erzieherinnen
  6. Öffentlichkeitsarbeit
  7. Qualitätssicherung
  8. Verhalten im Wald
  9. Aufnahmekriterien

1.1 Einleitung
Die Konzeption ist unser individueller Leitfaden für die pädagogische Arbeit im „Kindergarten Neanderwald“. Sie bietet den Team einen Rahmen, eine Grundausrichtung und zeigt auch nach außen hin Klarheit und Einigung in den pädagogischen Zielen. Diese Konzeption dient den Eltern als Einführung in unsere Pädagogik.

1.2 Die Idee der Waldkindergärten
Der Waldkindergarten ist ein regulärer Kindergarten, der drei- bis sechsjährigen (Kinder bis zum Schuleintritt) Kindern alle Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Das Besondere am Waldkindergarten ist, dass von den Kindern die freie Natur als Lernund Erlebnisraum umfänglich genutzt werden kann.

Die Kinder verbringen ihre Kindergartenzeit draußen in der Natur, in einem bestimmten, räumlich begrenzten Gebiet. Nur bei extremen Witterungsverhältnissen (Sturm, Gewitter) sind die Kinder in dem Zirkuswagen, der auf dem Gelände des Waldkindergartens steht, untergebracht.

In Dänemark wurden schon in den 70er Jahren die ersten Waldkindergärten gegründet. Dort wurden die Vorteile, die der Naturraum Wald der kindlichen Entwicklung gegenüber dem Aufenthalt in Gebäuden bietet, schon sehr früh erkannt. In Flensburg wurde 1993 der erste deutsche Walskindergarten gegründet. Seitdem wächst die Zahl der Waldkindergärten stetig an.

Der Wald bietet aufgrund seiner Beschaffenheit eine an sich unerschöpfliche Erlebnis- und Erfahrungswelt. Die Kinder können ihrer Entdeckungsfreude nachgehen und ihren Bewegungsdrang gesteuert durch natürliche Grenzen- ausleben.

Die natur kann in der Waldkindergartenpädagogik sozusagen als primäre pädagogische Kraft bezeichnet werden. Die Erzieherinnen geben eine grundlegende Orientierung durch bestimmte Rituale und Waldregeln. Sie gestalten damit die Rahmenbedingungen.

Als vordergründiges Erziehungsziel gilt dabei: „ Hilf mir, es selbst zu tun“.

1.3 Entstehung unseres „Kindergarten Neanderwald“
Auf der Suche nach dem richtigen Kindergartenplatz für ihre ältesten Söhne waren sowohl Familie Bednarski als auch Familie Langguth zu dem Wunsch gekommen, ihre Söhne in einen Waldkindergarten zu schicken.

In Erkrath gab es zu dieser Zeit keinen Waldkindergarten, somit versuchten sie einen Platz in dem Düsseldorfer Waldkindergarten zu bekommen. Dies gelang jedoch beiden Familien nicht. Den Wunsch nach einem Waldkindergarten legten sie nie ganz beiseite.

Im Sommer 2015 entstand dann die Idee selbst einen Waldkindergarten zu gründen. Im November 2015 wurde dafür dann zum ersten Mal Kontakt mit der Stadt Erkrath aufgenommen. Der Vorschlag einen Waldkindergarten zu gründen, wurde sehr positiv von der Stadt angenommen. Daher startet die beiden Familien im Dezember 2015 mit den genauen Planungen des „Kindergarten Neanderwald“.

2. „Kindergarten Neanderwald“ in der Übersicht
Träger: Neanderwald gemeinnützige UG
Adresse: Trills 66a, 40699 Erkrath
Internet: www.waldkindergarten-erkrath.de
Telefon: 02104 5044203
Ansprechpartner: Sonja Stumpe-Bednarski
Öffnungszeiten ab August 2016: Montags bis Freitags von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr
Schließungszeiten: 3 Wochen in den Sommerferien, Weihnachten bis
Neujahr und an den katholischen Feiertagen

Pädagogische Angestellte:
1. Leitung: Erzieherin mit waldpädagogischer Ausbildung, mit 35 Wochenstunden
2./3. Erzieherinnen mit je 20 Wochenstunden im Schichtdienst
4. Praktikanten, FSJ-ler oder Praktikanten in der Kinderpflegerausbildung mit 30 Wochenstunden

Mittagessen: Dienstags, Mittwochs und Donnerstags warme Küche. Diese Eintöpfe werden von unserer Köchin in unserem Zirkuswagen frisch zubereitet. Montags und Freitags gibt es kalte Küche. Diese besteht aus frisch zubereiteter Rohkost, Salat, Brot, Quark. Abhängig vom saisonalen Angebot.

Zeitplan ab Agust 2016:
Bringzeit: 8.00 Uhr bis 8.30, Treffpunkt ist direkt am Zirkuswagen
Morgenkreis: 9.00 Uhr
Frühstück: ca. 9.30 Uhr
Mittagessen: 12.30 Uhr
Abholzeit: 14.30 bis 15.00 Uhr am Zirkuswagen

Gruppenstärke:
Eine Gruppe mit maximal 20 Kindern. Es wird auf ein ausgewogenes Jungen/Mädchenverhältniss geachtet.

Schutzraum und Treffpunkt:

Winkelsmühler Weg – Treffpunkt ist der Zirkuswagen, der auf dem Gelände des Waldkindergartens fest aufgebaut ist.

Maße des Zirkuswagens: 10m mal 2,40m

Ausstattung:
Mit sanitärer Anlage (Rindenmulch WC, das Einstreu kann über eine
schwarze Tonne entsorgt werden), Heizung, Solaranlage und kindgerechtem Mobiliar.

Wird gegebenenfalls im Winter (Morgenkreis, Frühstück, wickeln und Mittagessen) und bei extremen Wetterverhältnissen (Sturm, Gewitter) als Aufenthaltsort genutzt.

In einem zweiten kleinern Bauwagen werden Materialien untergebracht.

Ausrüstung der Erzieherinnen:

  • gute, waldtaugliche Kleidung und Schuhe
  • Bollerwagen mit:
    • Handy mit Notfallliste
    • Erste-Hilfe- Ausrüstung
    • Ersatzkleidung für die Kinder
    • Schaufel, Toilettenpapier
    • Kletterausrüstung
    • Waschwasser, Lavaerde
    • Trinkwasser, Tee, Brühe je nach Witterung
    • Regenplane
    • Schnitzmesser, Lupe, Nachschlagewerke…

Ausrüstung der Kinder:

  • warmes Wetter: bequeme-dünne, lange Hosen, langärmeliges Shirt, festes Schuhwerk (Lange Sachen aufgrund des Zeckenschutzes)
  • Nässe: feste Schuhe oder Gummistiefel, Regenhose, Regenjacke
  • Bei Kälte: Zwiebelschichten-Prinzip, d.h. mehrere Schichten Kleidung übereinander, die je nach Temperaturveränderung ausgezogen werden können, gute, feste Schuhe Rucksack: jedes Kind benötigt einen gutsitzenden Rucksack, am besten mit Brustgurt.
  • Inhalt des Rucksacks: Frühstücksdose, Trinkflasche, kleines Handtuch, kleine Isomatte oder isoliertes Sitzkissen für den Morgenkreis und das Frühstück

Frühstück:
Es wird besonders Wert auf ein ausgewogenes Frühstückgelegt. Diese bringen die Kinder selber mit (Brot, Obst, Gemüse, Nüsse, Getränk).

Unerwünscht sind Süßigkeiten und vor allem auch Verpackungen (Tetrapacks) Ausnahme: Geburtstagsfeiern

Hygiene:
Vor dem Essen werden grundsätzlich die Hände gewaschen. Dafür wird frisches Wasser und Lavaerde im Bollerwagen mitgeführt. Jedes Kind hat sein eigenes Handtuch. Um eine angemessen Hygiene zu gewährleisten, wird im Wald nur einmal- während des Frühstücks- gegessen.

Toilettengang:
Im Zirkuswagen befindet sich eine Toilette. Auf dem Gelände werden zwei zusätzliche Komposttoiletten aufgestellt. Im Wald werden die Kinder, die noch Hilfe benötigen, abgehalten. Für de größeren Toilettengang wird ein Loch gegraben, was hinterher mit Erde wieder bedeckt wird.

3. Pädagogische Gedanken und Ziele 
Kinder wachsen heutzutage in einer sich rasant verändernden Umwelt auf. Bewegungsräume, in denen sich Kinder selbstständig und eigenverantwortlich bewegen können werden immer seltener und immer enger.

Auf der einen Seite sind die meisten Kinder reich ausgestattet und versorgt mir materiellen Dingen und vor allem mit dem technischen Fortschritt und seinen Möglichkeiten, auf der anderen Seite fehlt ihnen jedoch zunehmend die Möglichkeit ihre eigenen Fähigkeiten auszuprobieren. Sie können immer weniger sich selber und ihre eigenen Grenzen, vor allem auch die körperlichen Grenzen ausprobieren.

Unser Ziel liegt nun darin, jedem Kind einen Raum zu schaffen für seine individuelle Entwicklung. Es ist bei uns ein Raum im doppelten Sinn: Einen Freiraum dadurch, dass die Kinder die Möglichkeit haben, uns den ganzen Kindergartentag draußen in der Natur aufzuhalten und dadurch, dass unsere Erzieherinnen die Gefühle und Gedanken der Kinder ernst nehmen.

Feste und klare Regeln und Grenzen sowie eine durchgehende und intensive Aufmerksamkeit der Erzieherinnen geben diesem Freiraum den sichernden Rahmen. Dieser Rahmen gibt den Kindern die nötige Sicherheit, um eigenverantwortlich zu handeln. Dieser Rahmen ermöglicht auch ein gemeinsames Miteinander in der Gruppe.

Jedes Kind wird dort abgeholt, wo es sich in seiner individuellen Entwicklung befindet. Die Kinder lernen eigene Grenzen zu erkennen, sie bekommen ein festes Selbstvertrauen in ihr Tun und Fühlen. Kinder brauchen zur Förderung ihrer Entwicklung nicht nur stabile Beziehungen zu Menschen, sondern auch zur Natur.

  1. Jahreszeitlicher Rhythmus:
    Die Jahreszeiten werden den Kindern im Waldkindergarten unmittelbar bewusst. Sie erleben sie in allen ihren unterschiedlichen Qualitäten und Ausprägungen. Sie sehen die dunklen Wolken am Himmel, spüren die ersten Regentropfen, riechen den Geruch des Waldes nach einem Regenguss. Kinder bemerken die kleinsten Veränderungen.
  2. Vielfältiges Bewegungsangebot:
    Kinder in der freien Natur können ihren Bewegungsdrang ausleben. Der Wald bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten ihre eigenen Kräfte und Künste auszuprobieren. Sie können rennen, hüpfen, klettern, springen, balancieren, kriechen, dies alles fördert das gesunde Wachstum der Kinder. Die Kinder üben damit ihren Gleichgewichtssinn und lernen, ihren Körper einzuschätzen.
  3. Mit allen Sinnen
    Kinder entdecken und erfahren ihre Umwelt mit allen Sinnen, sie riechen, sehen, spüren, tasten, schmecken und hören. Erfahrungen mit Erde, Sand, Dickicht, Holz, Tieren, Pflanzen, Wasser und Wetter schaffen bei den Kindern die Grundlage von Geborgenheit und Wohlfühlen in dieser Welt.
  4. Spielzeugfreier Raum:
    Der Wald bietet zu allen Jahreszeiten Naturmaterialien in Hülle und Fülle. So ist immer genügend Spielmaterial für alle Kinder vorhanden. Ob zum Bauen, Gestalten oder für ein Rollenspiel, die Materialien sind universell einsetzbar und sie bekommen ihre Bedeutung erst durch das kindliche Spiel. Aus Stöcken können Schwerter, Zauberstäbe oder auch Schiffe werden. Das Spiel ohne vorgefertigtes Spielzeug fördert die sozialen Beziehungen und die sprachliche Auseinandersetzung der Kinder untereinander.
  5. Ruhe und Stille:
    Stille, Weite und die fast grenzenlosen Rückzugsmöglichkeiten helfen den Kindern, sich zu entspannen und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Die Kinder können gemeinsam oder für sich die Stille sowohl um sich, als auch in sich erfahren und begreifen lernen. Der Wald kommt dem Wunsch nach Geheimnis und Abenteuer entgegen.
  6. Flexibilität:
    Die Jahreszeiten, das Wetter und manchmal auch die Nutzung des öffentlichen Geländes durch andere nehmen direkten Einfluss auf den Ablauf eines Kindergartentages. Nicht immer ist vorherzusehen, mir welchem Wetter man tatsächlich konfrontiert wird oder was ansonsten spannendes auf dem Weg passiert, so dass die Fähigkeit der Flexibilität, bei den Kindern und auch bei den Erzieherinnen kontinuierlich gefordert und trainiert werden. Die Kinder lernen ebenfalls ihre eigenen Bedürfnisse in solchen Situationen weniger wichtig zu nehmen, sondern dann als gemeinsame Gruppe zu handeln.
  7. Weder Wände noch ein Dach
    Über den Kindern ist kein Dach und im Wald gibt es auch keine Wände. Die Grenzen werden durch klare Regeln gesetzt. Die Klarheit der Erzieherinnen in diesen Regeln gibt den Kindern innere Sicherheit. Die Kinder lernen so Eigenverantwortung und auch Hilfsbereitschaft, außerdem werden sie für natürliche Lebensräume sensibilisiert. Diese regeln lauten unter anderem: Die vorgegebenen Grenzen des Platzes werden eingehalten, alle Kinder müssen sich auf den Weg an die markierten Haltepunkte halten. Auch der Umgang mit Pflanzen und Tieren wird den Kindern beigebracht. Es darf nichts aus dem Wald einfach gegessen werden und Tiere und Pflanzen werden respektvoll behandelt.

4. Tagesablauf im „Kindergarten Neanderwald“
Ab 8.00 Uhr treffen die Kinder am Zirkuswagen ein. Während der Bringzeit ist Freispiel, in dieser Zeit werden schon erste Kunstwerke gebaut oder auch gemalt und gelesen. Ertönt das Glöckchen um 9.00 Uhr, kommen alle Kinder für den Morgenkreis zusammen.

Jeden Morgen wird der Morgenkreis mit dem gleichen Lied eröffnet. Die Kinder entscheiden im Morgenkreis, ob direkt am Platz gefrühstückt wird, oder ob direkt im Wald gefrühstückt wird. Ab ca. 9.30 Uhr wird dann gemeinsam gefrühstückt. Vor dem Frühstück werden immer die Hände gründlich gewaschen.

Auf dem Weg in den Wald gibt es festgelegte Haltepunkte, an die sich die vorausgeeilten Kinder halten müssen. In der Zeit im Wald, sucht sich jedes Kind eine eigene Aktivität oder es ist in ein vorgegebenes Angebot eingebunden. Geht es auf die Mittagsessenzeit zu, dann ertönt wieder das Glöckchen. Dieses signalisiert den das es zeit ist mit ihrem Spiel zum Ende zu kommen und ggf. aufzuräumen.

Zurück am Zirkuswagen werden die Hände gewaschen, danach folgt der Abschlusskreis und anschließend wird um 12.30 zusammen Mittag gegessen. Nach dem Essen haben die Kinder die Möglichkeit an verschiedenen Angeboten teilzunehmen, eine Geschichte zu hören, zu basteln, sich auszuruhen oder das Spiel vom Vormittag fortzuführen. Ab 14.30 Uhr beginnt die Abholzeit.

4.1 Rituale
Rituale sind für die Kinder unerlässlich. Sie strukturieren den Vormittag und geben den Kindern durch ihre Wiederkehr die notwendige Sicherheit, die die Kinder brauchen, um sich in ihre Umgebung einzufühlen und eigenverantwortlich zu handeln.

Der Morgenkreis wird jeden Morgen mit einem Lied eröffnet. Was sich danach anschließt hängt von der jeweiligen Situation ab. Gibt es ein spezielles Thema?, Gibt es ein Geburtstagskind? Nutzen wir einen Redestab? Der Morgenkreis wird jedes Mal damit beendet, das ein Kind die anwesenden Kinder zählt und überlegt wird, wer fehlt.

An Geburtstagen ist alles etwas anders. An diesem Tag steht das Geburtstagskind im Mittelpunkt. Für das Geburtstagskind gibt es eine spezielle Krone und ein kleines Geschenk, der Platz im Morgenkreis ist besonders hergerichtet. Für das Geburtstagskind wird gesungen und es darf sich sein Lieblingsspiel oder Lied aussuchen.

Das gemeinsame Frühstück ist ein weiteres wichtiges Ritual. Vor dem Essen werden die Hände gründlich mit Wasser und Lavaerde gewaschen. Danach machen es sich die Kinder in einem großen Kreis gemütlich. So kann auch besser geholfen werden, falls eines der Kinder Probleme mit der Frühstücksdose oder ähnlichem haben sollte. Es wird großer Wert auf ein ausgewogenes Frühstück gelegt.

Am Ende des Waldvormittags gibt es den Abschlusskreis. Hier wird noch mal gemeinsam gesungen und gespielt. Mit einem Schlusslied wird der Waldvormittag beendet.

Zum gemeinsamen Mittagessen kommen die Kinder dann entweder draußen oder im Zirkuswagen zusammen. Die Tische werden gemeinsam eingedeckt und hinterher auch wieder gemeinsam abgedeckt. So lernen die Kinder in ihrer Gemeinschaft erste Tischregeln kennen. Das Essen wird mit einem gemeinsamen Spruch eröffnet und beendet.

4.2 Vorbereitung auf die Schule
Die angehenden Schulkinder „Neanderkids“ werden in jedem Kindergartenjahr gezielt auf den Übergang vom Kindergarten in die Schule vorbereitet. An einem festgelegten Vormittag in der Woche werden die „Neanderkids“ in ihrer Gruppe speziell gefördert. Dabei können die Inhalte, Schwerpunkte und angewandten Methoden von Jahr zu Jahr variieren, je nach Zusammensetzung und Stand der Gruppe.

5. Eltern und Erzieher(innen)
Ein vertrauensvolles, offenes Verhältnis zwischen den Erzieherinnen und den Eltern ist ausgesprochen wichtig, um eine gute und solide Basis für die pädagogische Arbeit zu schaffen. Bei den Erzieherinnen liegt schließlich die Verantwortung für den individuellen Umgang mit den Kindern im Kindergarten, als auch die Gestaltung der Gruppenarbeit.

Beides möchten wir in gemeinsamer und beratender Kooperation in Einklang bringen. Dafür gibt es in unserem Kindergarten:

  1. Elternsprechtage:
    Diese finden einmal pro Kindergartenjahr statt und werden von den Erzieherinnen vorbereitet und durchgeführt. Neben den Elternsprechtagen besteht für die Eltern jeder Zeit die Möglichkeit die Erzieherinnen anzusprechen, um sich über das Kind auszutauschen und gegebenenfalls auch einen individuellen Gesprächstermin zu vereinbaren.
  2. Feste:
    Es gibt über das Jahr verteilt verschiedene Feste, wo wir gerne alle Eltern und auch Geschwisterkinder und sonstige Familienangehörige gerne zu begrü.en (z.B. St.Martinsfest, Nikolaus, Karneval und Sommerfest).

6. Öffentlichkeitsarbeit
Unsere Öffentlichkeitsarbeit findet vor allem im Rahmen von verschiedenen Festen statt. Des Weiteren kommen unsere Pressearbeit, die Repräsentation auf Veranstaltungen der Stadt Erkrath und die unvorhergesehenen Begegnungen während unseres Kindergartentages im Wald hinzu. Wir arbeiten mit den Grundschulen vor Ort zusammen, mit dem Jugendamt Erkrath, dem Landesjugendamt, dem Umweltamt, dem Forstamt und dem Förster zusammen. Wir vernetzen uns mit der hiesigen Kindergartenlandschaft.

Wir verstehen uns als Teil des örtlichen Gemeindelebens und legen Wert darauf uns auch nach Außen zu öffnen, um die Idee der Waldkindergärten der Öffentlichkeit und anderen Einrichtungen näher zu bringen.

7. Qualitätssicherung
Es findet ein regelmäßiger Austausch mit anderen Waldkindergärten und Regelkindergärten statt. Wir werden Mitglied im Landesverband für Wald- und Naturkindergärten NRW e.V. Unsere Konzeption wird einmal jährlich geprüft und überarbeitet, um immer auf dem neusten Stand zu bleiben.

8. Verhalten im Wald
Der Wald bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten zur Förderung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu unserer Bildungs- und Erziehungsarbeit. Daher bedarf es unserer besonderen Aufmerksamkeit den Wald zu schützen und zu erhalten. Damit dies gelingt, gibt es für die Kinder bestimmte Verhaltensregeln im Wald.

  • Die Kinder bleiben in Sicht- und Hörweite
  • Wegen der Infektionsgefahr mit dem Fuchsbandwurm oder der
    Vergiftungsgefahr durch Blätter, Pilze, Beeren usw. wird nichts im Wald in den Mund gesteckt
  • Es werden keine toten Tiere angefasst (Infektionsgefahr)
  • In den warmen Monaten werden die Kinder täglich nach dem Kindergartenbesuch von den Eltern nach Zecken abgesucht, um eine potentielle Infektion mit z.B. Borreliose zu verhindern
  • Bewuchs im Wald wird nicht mutwillig zerstört
  • Es werden keine Tiere, auch keine Insekten mutwillig getötet
  • In der Brut und Schonzeit werden bestimmte Waldabschnitte nicht betreten (nach Absprache mit dem Förster)

9. Aufnahmekriterien

Über die Aufnahme neuer Kinder in den „Kindergarten Neanderwald“ entscheiden der Träger der gUG in Abstimmung mit der Leitung des Kindergartens. Es werden Kinder aus Erkrath aufgenommen. Ebenso haben Geschwisterkinder von aktuellen Kindern im Kindergarten Vorrang.

Die weitern freien Plätze werden so verteilt, dass sich eine möglichst paritätischer Geschlechtsstruktur, eine ausgewogene Altersstruktur mit möglichst gleicher Verteilung von 3,4,5 und 6-jährigen Kindern und somit eine möglichst optimale Gruppenzusammensetzung ergibt.

Sollten Kinder nicht berücksichtigt werden können, werden diese in eine Warteliste aufgenommen. Vorraussetzung für die Aufnahme ist außerdem eine hinreichende Identifikation der Eltern mit dem Waldkindergartenkonzept.

Erkrath, 2. Fassung vom 19. Mai 2016